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Ist Screening zur Brustkrebsfrüherkennung sinnvoll

Ist eine regelmässige mammographische Untersuchung (Screening) zur Brustkrebsfrüherkennung sinnvoll?

Sehr geehrte Patientin,

an dieser Seite arbeiten wir noch.

Hier finden Sie zunächst Textfragmente, die wir in Kürze ergänzen werden, einen sehr kritischen Artikel zur Frage des Screening und eine Stellungnahme zu diesem Artikel von Prof. Barth.

Eine schlüssige Antwort auf die Frage, ob Screening sinnvoll ist, ist sicher nicht einfach. Es gab in Europa und in Übersee verschiedene Studien zu diesem Thema - mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Zunächst einmal: was versteht man unter Screening?
... (in Vorbereitung)

Wichtig scheint uns, dass ein rein technisches Screening, also die reine Reihenuntersuchung der Brust mittels Mammographie alleine keine befriedigende Lösung sein kann....
Palpation, also die Tastuntersuchung und Sonographie (Ultraschall) gehören zu einer sinnvollen Vorsorgeuntersuchung

Anmerkungen zu "MAMMOGRAPHIE-SCREENING"

("Darstellung der wissenschaftlichen Evidenz-Grundlage zur Kommunikation mit der Frau" - aus arznei-telegramm 10/99)

Zusammenfassende Beurteilung der Arbeit:

Die von Ingrid Mühlhauser und Birgit Höldke (Universität Hamburg, IGTW-Gesundheit) vorgestellten Daten zum Brustkrebs-Screening sind sowohl für den Fachmann als erst recht für die Kommunikation mit der Frau (für die sie gedacht sind) ausserordentlich verwirrend. Der Grundtenor ist: Hände weg von Screening-Mammographien, sie schaden mehr als sie nützen.

Unter Hinweis auf ein sehr ausführliches Literaturverzeichnis, das in der Kürze der Zeit gar nicht auf seine Richtigkeit  analysiert werden kann, geben die Autorinnen eine Fülle von Zahlen an, die mehr oder minder beweisen sollen, dass regelmäßige Mammographien zu unnötigen Operationen, zusätzlichen Karzinomen und zu einer erheblichen psychischen Beeinträchtigung der Frauen führen. Als "wissenschaftliche Evidenz-Grundlage zur Kommunikation mit der Frau" ist diese Arbeit denkbar ungünstig.

Es ist tatsächlich so, dass die Mammographie - für sich alleine eingesetzt -  falsch-positive Befunde und unnötige Operationen nach sich ziehen kann, wenn sie in schlechter Qualität und ausschließlich (d.h. ohne Inspektion und Tastuntersuchung, ohne ergänzende Sonographie, Feinnadelbiopsie o.ä.) durchgeführt wird. Mit keiner Zeile werden Alternativen zur regelmäßigen Mammographie-Vorsorge angegeben und es kann doch nicht im Sinne einer Frau sein, nach Kommunikation mit diesen Zahlen die Finger von sämtlichen Brustvorsorge-Untersuchungen zu lassen.

Dass mit der Entfernung eines DCIS die Wahrscheinlichkeit eines invasiven Brusttumors fällt, steht auch nach der Lektüre dieser Arbeit ausser Zweifel. Selbst wenn die Geschwulst tatsächlich erst nach 10 bis 20 Jahren in ihr invasives Stadium treten sollte (was nicht bewiesen ist), wird dieses eben durch eine vorzeitige Operation verhindert.

Das reine Brustkrebs-Screening wie es in scandinavischen Ländern und in Amerika durchgeführt wird, mag ineffektiv sein, was nicht ausschließt, nach anderen Konzepten zu suchen, wobei im Esslinger interdisziplinären Mammazentrum mehr und mehr zu einer Einebenen-Mammographie mit ergänzender Sonographie übergegangen wird. Die Mammographie ist notwendig um verkalkende Tumoren frühzeitig erkennen zu können, wobei hier eine Ebene genügt, zumindest bei Kontrolluntersuchungen.

Die Ausführungen von Mühlhäuser und Höldke sind in Bezug auf die Mammographie extrem negativ und werden vermutlich jene Frauen unterstützen, die nach Möglichkeiten und Entschuldigungen suchen, bei sich keine Mammographie durchführen zu lassen. Die Tastuntersuchung sowohl durch die Frauen als auch durch den Arzt wird korrekterweise als insuffizient dargestellt.

Die Alternative? Am besten gar nichts machen und mit fortgeschrittenen, bereits tastbaren Tumoren möglichst schnell "in die ewigen Jagdgründe eingehen". Das kann nicht Sinn einer bewußten Gesundheitsvorsorge aufgeklärter Frauen sein.

Interessant wäre eine Stellungnahme der Kollegen der Mammasprechstunde im Krankenhaus Moabit zu der in ihrer Homepage publizierten Arbeit aus dem arznei-telegramm 10/99.

Prof. Dr. V. Barth
Chefarzt
Esslingen im Januar 2000

Letzte Änderung: 28.02.2008 17:29:09 Uhr