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Gemeinsame Pressemitteilung

Gemeinsame Pressemitteilung der AOK Baden-Württemberg und
der Kassenärztlichen Vereinigung Nord-Württemberg (KV NW)

Verdacht auf Brustkrebs / Multiple Sklerose -
AOK Baden-Württemberg und KV NW tun großen Schritt zur Verbesserung der medizinischen Versorgung der Patienten

Patientinnen mit Verdacht auf Brustkrebs sowie an Multipler Sklerose (MS) erkrankte Patienten profitieren von zwei Modellversuchen

STUTTGART, den 19.06.01 - Mit dem Ziel, die Qualität der ambulanten ärztlichen Versorgung zu verbessern, haben die AOK Baden-Württemberg und die Kassenärztliche Vereinigung Nord-Württemberg (KV NW) zwei Modellversuche vereinbart, die jetzt sehr erfolgreich gestartet sind. Die weitere Steigerung der diagnostischen Sicherheit bei der Abklärung des Verdachts auf Brustkrebs und die Verbesserung der Versorgung von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) angesichts erheblicher Fortschritte in Diagnostik und Therapie stehen im Zentrum dieser Projekte, von denen die Vertragspartner ausgesprochen positive Auswirkungen für die Betroffenen erwarten.

1. Vereinbarung über die Zweitbefundung in der Diagnostik des Brustkrebses


Mit dieser Vereinbarung wollen die Vertragspartner erproben, ob die diagnostische Sicherheit bei der Abklärung des Verdachts auf Brustkrebs nach dem Motto %u201Evier Augen sehen mehr als zwei" verbessert werden kann. Davon könnten die betroffenen Patientinnen profitieren, wenn sich im Rahmen des Modellprojektes herausstellt, dass durch eine optimierte, zweifache Beurteilung von Röntgenaufnahmen der Brust mit größerer Sicherheit eine Diagnostik erfolgen kann und somit Behandlungsmaßnahmen gegebenenfalls reduziert oder - ebenso wie operative Eingriffe - sogar ganz entfallen können.

Die Mammographie, die Röntgenaufnahme der Brust, ist die Standardmethode zur Erkennung von Brustkrebs. Hierbei muss der untersuchende Arzt entscheiden, ob auf dem angefertigten Röntgenbild Merkmale erkennbar sind, die auf die Ausbreitung bösartiger Zellen schließen lassen. Zwar gilt die Mammographie als die zuverlässigste verfügbare Methode zum Ausschluss bzw. Erkennen von Brustkrebs, bei der nicht operiert oder punktiert werden muss. Gleichwohl können Fehlinterpretationen nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden, so dass in Zweifelsfällen ergänzende Untersuchungen (Punktionen, Entnahme von Gewebeproben) erforderlich sind.

Auch aus dem Gewebe einer radiologisch unauffälligen Brust können im Labor des Pathologen in sehr seltenen Fällen Tumorzellen isoliert werden. Andererseits kann gutartiges Gewebe die Zeichen einer Krebsgeschwulst imitieren und neben großer Betroffenheit bei den Frauen belastende Eingriffe auslösen, die erst nach Untersuchung der entnommenen Zellen durch den Pathologen zur richtigen Diagnose und befreienden Entwarnung führen. Vor diesem Hintergrund haben die AOK Baden-Württemberg und die KV Nord-Württemberg gemeinsam einen weiteren Versuch unternommen, die diagnostische Sicherheit der Mammographie über das bisherige hohe Niveau hinaus zu erhöhen.

AOK-Patientinnen im Bereich des Regierungsbezirkes Stuttgart, bei welchen im Rahmen einer Mammographie verdächtige Strukturen festgestellt worden sind, haben jetzt die Möglichkeit, vor der Einleitung weiterer, gegebenenfalls operativer Maßnahmen eine zweite Beurteilung der angefertigten Röntgenaufnahmen durchführen zu lassen. Angela Schweizer, Ärztin für Radiologische Diagnostik in Stuttgart-Bad Cannstatt in der Gemeinschaftspraxis der Doctores Klott / Reichardt / Schilling, und Professor Dr. med. Volker Barth, Chefarzt des Radiologischen Instituts der Städtischen Kliniken Esslingen, stehen als ausgewiesene Experten mit großer Erfahrung im Bereich der Mammographie zur Verfügung, um die betroffenen Frauen und ihre Ärzte in Zweifelsfällen über die weitere Vorgehensweise zu beraten.

Zur Erprobung dieses neu etablierten Verfahrens wurde der Modellversuch zunächst auf die Regionen Esslingen und Stuttgart begrenzt, d.h. den in diesen Regionen mammographierenden Ärzten wird die Teilnahme am Modellversuch angeboten. AOK-Patientinnen haben die Möglichkeit, sich von den teilnehmenden Ärzten in entsprechenden Fällen zur Zweitbefundung an Angela Schweizer oder Professor Dr. Volker Barth überweisen zu lassen. Mit ihrer Teilnahme haben sich diese Ärzte gleichzeitig verpflichtet, in einer Erprobungsphase über das hohe Niveau der bereits bestehenden Qualitätssicherungsmaßnahmen hinaus noch an zusätzlichen Qualitätssicherungsmaßnahmen teilzunehmen. Hierzu gehören etwa die regelmäßige Teilnahme an einem regionalen Qualitätszirkel sowie die Teilnahme des Arztes und des nichtärztlichen Praxispersonals an zertifizierten Fortbildungsveranstaltungen.

Zur Vermeidung von Missverständnissen erscheint in diesem Zusammenhang der Hinweis wesentlich, dass es sich bei diesem Modellversuch nicht um eine Maßnahme zur Früherkennung von Brustkrebs handelt. Entgegen der vielfach geäußerten allgemeinen Auffassung gehört die Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs in der Bundesrepublik Deutschland auch aufgrund der vom Gesetzgeber vorgegebenen Rahmenbedingungen derzeit nicht zum Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung. Die Mammographie steht in erster Linie als diagnostisches Verfahren bei Verdacht auf Brustkrebs (Mamma-Karzinom) zur Verfügung. Über die Einführung eines so genannten Mammographie-Screenings soll nach Ablauf von drei bis vier regional begrenzten Modellprojekten entschieden werden, die zur Zeit von der Planungsstelle Mammographie des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen auf Bundesebene etabliert werden.

2. Vereinbarung zur Förderung einer strukturierten Behandlung und Betreuung von an Multipler Sklerose (MS)
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Ansprechpartner:

AOK Baden-Württemberg:
Otwin Schierle, Tel. 07 11 / 25 93 - 231

Kassenärztliche Vereinigung Nord-Württemberg:
Denise Jacoby, Tel. 07 11 / 78 75 - 219


Anwesende Vertreter der einladenden Organisationen

Herr Roland Sing,
Vorsitzender des Vorstandes der AOK Baden-Württemberg

Herr Dr. med. Norbert Metke,
stv. Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Nord-Württemberg

Herr Dr. med. Nikolaus Boesen,
Leiter der Abteilung Qualitätssicherung der Kassenärztlichen Vereinigung Nord-Württemberg

Herr Otwin Schierle,
Pressesprecher der AOK Baden-Württemberg (Moderation)

Bereits erschienen

Letzte Änderung: 28.02.2008 20:52:26 Uhr