Plattenthermographie als Diagnoseverfahren
Plattenthermographie
Sehr geehrter Dr. Barth,
in dem Buch "Brustdrüse" (1979) stellen Sie sehr ausführlich die Thermographie vor (ich rede nur von der Plattenthermographie). Auch andere Bücher in diesem Zeitraum sprechen häufiger von ihr als Diagnoseverfahren. Dann wird es still um diese Thematik und heute liest man überall, das sie nicht geeignet ist.
Da ich diese Methode wegen ihrer Einfachheit faszinierend finde, würde mich interesieren: Was ging schief? Warum hat die Plattenthermographie gegenüber der Mammographie und der Sonographie keine Chance gehabt trotz vielversprechender Anfänge?
Antwort von Prof. Barth:
Ich habe in den 70-iger Jahren sehr engagiert zusammen mit Prof. Tricoir (Paris) und deutschen Kollegen die Einführung der Plattenthermographie betrieben und ich war zunächst genauso begeistert von der Methode wie Sie.
In der täglichen Routine hat sich dann aber herausgestellt, dass das Verfahren mehr versprochen als gehalten hat. Etwa 20% aller bösartigen Tumore wurden nicht erkannt, genau so viele falschpositive Befunde haben unzählige Frauen und uns Ärzte verunsichert.
Als dann die Sonographie (Ultraschall) seinen Einzug in die Brustdiagnostik hielt wurde die Thermographie sehr bald ad acta gelegt und ist heute als überholt und veraltet anzusehen, wenngleich sie noch immer von einigen wenigen Ärzten eingesetzt wird.
Es gibt heute wesentlich bessere Methoden zur Früherkennung bzw. zum Ausschluss von Brustkrebs, da ...
Letzte Änderung: 28.02.2008 17:50:22 Uhr