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Fallsammlung

Befund

Klinische Angaben:
Seit 6 Monaten bemerkte Größezunahme der linken Brust, seit einigen Tagen starke Schwellung mit Rötung in den lateralen Quadrantenbereichen. Keine Peau d´orange. Derbe  knotige Resistenzen im linken äußeren oberen Quadranten, axilla-nah. Keine vergrößerten regionalen Lymphknoten. Keine Haut- oder Mamillenretraktion. Keine Sekretion. Rechte Brust knotenfrei.

Mammadiagnostik:
Von der linken Seite wird nur eine Schrägaufnahme exponiert, da die Brust äußerst schmerzhaft ist. Hier zeigt sich eine diffuse reticuläre Zeichnungsvermehrung gegenüber der rechten Seite. Mikroverkalkungen oder sonstige umschriebene Tumorherde sind nicht zu erkennen. Auf der rechten Seite grobknotiger Drüsenkörper mit konfl. Verschattungen, besonders außen oben, ohne erkennbare tumorverdächtigte Veränderungen.
Die ergänzende Sonographie zeigt auf der linken Seite keine umschriebene Höhlenbildung im Sinne eines Abszeßes, auch kein lokal wachsender Tumor nachweisbar.
Die Feinnadel-Biopsie links außen oben gibt überwiegend mesenchymale Zellen, außerdem reichlich Schleim. Dazwischen klein-pyknotische Kerne und keinerlei Entzündungszellen.
Der Befund ist zytologisch nicht exakt einzuordnen.
Auf alle Fälle findet sich kein akut entzündliches Zellbild, sondern eher ein Prozeß der in Richtung Malignität deutet.
Die Kernspintomographie zeigt auf beiden Seiten eine gleich kräftige Gadoliniumanreicherung.  

Klinische Angaben:
Gut verschieblicher, etwa 2 cm großer Knoten rechts außen oben. Hier bereits 1994 Entleerung einer Zyste. Übriges Drüsengewebe unauffällig.  
Keine Haut- oder Mamillenretraktion, keine Sekretion. Keine vergrößerten regionalen Lymphknoten.

Mammadiagnostik:
Beidseits normal strukturierter Brustdrüsenkörper.  Rechts außen oben entsprechend dem Tastbefund 2 cm großer, glatt begrenzter, homogen dichter Schatten.
Sonographisch handelt es sich um eine Zyste. Diese wird durch Punktion entleert. Auf eine zytologische Untersuchung wird verzichtet, da die Zystenwand sonographisch völlig unauffällig ist.
Das übrige Drüsengewebe zeigt sonographisch keinerlei Auffälligkeiten. Links noch einzelne kleinere Zystchen.
Die 1994 punktierte Zyste ist nicht nachgelaufen, bei der jetzt punktierten handelt es sich um eine damals bereits zu sehende noch recht kleine Zyste. Kontrollen in 2jährigen Abständen sind ratsam.

Beurteilung:
Zystische  Mamma-Fibrose. Mehrere Zysten. Entleerung einer größeren rechts außen oben.
Beidseits kein Krebs-Verdacht. Eine Art Diagnose ist kernspintomographisch nicht möglich. Diffus wachsender, linkseitiger offenbar maligner Prozeß unklarer Ätiologie.
Eine Probe-Biopsie ist  d r i n g e n d   erforderlich.
Je nach feingeweblichem Ergebnis müßte das therapeutische Procedere mit der Patientin festgelegt werden.
Sollte sich ein maligner Prozeß links finden, müßte auch aus der rechten Brust eine Biopsie erfolgen. Auch hier sollte die Lokalisation nochmals genau festgelegt werden.

Zytologisches Gutachten: (2801/96)
Zwei Ausstrichpräparate, Man sieht recht zahlreiche epitheliale Zellen mit schmalem Zytoplasma. Die Kerne sind klein und rundlich. Zellen mit vakuolären Einschlüssen und randständigen kleinen Kernen, Kagerungsanomalien, bipolare Zellen, reichlich Eiweißpräzipitate, lymphoide Zellen, Granulozyten.

Beurteilung:
Tumorzellen. Verdacht auf Gallertkarzinom.

Brief von Prof. ... an Dr. ... in ... vom 26.09.96:
Diagnose:  Fiborse und chronische unspezifische Mastitis der linken Mamma
Therapie:   Mamm-DE links oben außen
Histologie: Fibrose der linken Mamma und chronische unspezifische Mastitis links. Außere Haut ohne pathologischen Befund. Kein Anhalt für Malignität.
Verlauf:    Die Patientin wurde am 19.09.96 wegen einer diffus abgrenzbaren Strukturverdichtung in der linken Brust oben außen zur Mamma-DE stationär aufgenommen. Am 20.09.96 wurde der o.g. Eingriff durchgeführt. Der post-operative Verlauf war komplikationslos.

Therapievorschlag:
Ambulante Kontrolle in 4 Wochen vereinbart.

Pathologisches Gutachten  vom 29.09.96  E.-Nr. 10865/96
Mikroskopisch sieht man auf Schnitten aus der äußeren Haut eine regelrecht differenzierte Epidermmis.Perivaskulär ist das corium locker rundzelig infiltriert und leicht ödematös. In der Tiefe sieht man typisch gestaltete Hautanhangsgebilde. Auf den weiteren Schnitten sieht man Drüsenläppchen und Ausführungsgänge in einem vermehrten bindegewebigen Stroma. Die Ductus werden von einem zweischichtigen Epithel ausgekleidet.Ektatische Ductus enthalten Schaumzellen.Periductal ist das Gewebe lymphohistiozytär infiltriert. In zahlreichen Läppchen ist das ductale Epithel durch das histiozytäre Infiltrat weitgehend zerstört. Atypien sind nicht nachzuweisen.
Beurteilung   Fibrose der Mamma und chronische, unspezifische Mastitis. Äußere Haut ohne pathologischen Befund.Kein Anhalt für Malignität.Das Ergebnis wurde nach Schnellschnittuntersuchung telefonisch mitgeteilt. Die weiter Untersuchung an zahlreichen zusätzlichen permanentschnitten ergibt keine neuen Gesichtspunkte. 

Letzte Änderung: 26.02.2008 18:58:25 Uhr