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Zustand nach brusterhaltender Operation

Zustand nach brusterhaltender Operation

Nach brusterhaltender Tumorbehandlung sind Sonographien in 6-monatigen Abständen angezeigt. Hierdurch lassen sich Lokalrezidive in der behandelten oder Zweittumoren in der klinisch gesunden Brust ausschließen oder nachweisen. Bei ausgedehnter Narbenbildung kommen Ultraschall und Mammographie allerdings rasch an ihre Grenzen. Die ersten 2 Jahre sollte die Mammographie der betroffenen Brust halbjährlich, dann, wie an der gesunden Brust, in jährlichen Abständen durchgeführt werden; an der betroffenen Brust in 2 Ebenen, an der klinisch gesunden in nur einer Ebene (Schrägaufnahme).
Sollten Atypien im Narbenbereich auftreten mit Verdacht auf ein Lokalrezidiv, so bieten sich 2 Verfahren an, die Veränderungen zu klären:

1. die Kernspintomographie: Jede Narbe ist nach 12 Monaten kernspintomographisch %u201Ekalt%u201C, speichert also kein %u201EKontrastmittel%u201C (Gadolinium). Eine gadoliniumanreichernde Region im Narbenbereich ist verdächtig auf ein Lokalrezidiv. Es muss dann operiert oder vakuumbiopsiert werden.

2. die FNA oder FNB zum Nachweis oder Ausschluss eines Lokalrezidivs. Im Zweifelsfall kann auch einmal die PET-Untersuchung herangezogen werden, dies aber eher in Zusammenhang mit einem allgemeinen Staging.

Vorgehen nach brusterhaltender Tumorbehandlung:

  • Vierteljährlich Inspektion, Palpation und Sonographie ergänzt durch die Mammographie und gffs. Kernspintomographie.
  • Bei Verdacht auf ein Lokalrezidiv FNA, FNB, VB oder Operation
  • Nach dreijähriger Überwachung in halbjährlichen, ab dem 6. Jahr in jährlichen Abständen beidseits
  • Regelmäßige Untersuchungen von Lunge (Thoraxaufnahme), Knochen (Skelettszintigraphie) und Leber (Abdomen-Sonographie) und die Bestimmung der Tumormarker sind %u2013 besonders bei kleinen Tumoren %u2013 sinnlos und sollten unterbleiben, wenn nicht Verdacht auf eine Metastasierung besteht. Nur wenn Beschwerden auftreten (Atemnot, lokaler Knochenschmerz, Leberschmerzen u. Ä.), sind diese Verfahren zum Ausschluss von Metastasen angezeigt.

Die Mammographie ist die Methode der Wahl, nicht tastbare (klinisch okkulte) Karzinome im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen und bei der Überwachung von Hochrisikopatienten auszuschließen oder nachzuweisen. Sie ist nicht die Methode der Wahl, bei einem tastbaren Knoten die Diagnose zu sichern. Hier sind FNA, FNB/Vakuumbiopsie oder eine Operation sicherere Verfahren. Die Mammographie sollte - besonders bei Risikopatienten - anstelle von 2-jährigen Intervallen möglichst jährlich durchgeführt werden, beim ersten Mal in je 2 Ebenen pro Brust, im weiteren Verlauf in nur 1 Ebene ergänzt durch die Sonographie.
Bei mammographisch unklaren Herden, die sonographisch und zytologisch nicht zu klären sind, erfolgt die Kernspintomographie, die auch bei eindeutigen Karzinomen zum Einsatz kommt, wenn die Brust erhalten werden soll. Ganz selten benötigt man zum Ausschluss einer Streuung in den Körper (Metastasierung) auch einmal eine PET-Untersuchung.

Bei keinem bildgebenden Verfahren dürfen Inspektion und Palpation durch den Arzt fehlen. Denn es gibt tumorverdächtige Veränderungen an der Brustwarze und an der Haut sowie bereits tastbare Krebsknoten (6-10 %), die mammographisch und/oder sonographisch nicht nachweisbar, sondern nur tastbar sind und durch eine Punktion geklärt werden können. Die Frauen sind zur Selbstuntersuchung anzuleiten, was allerdings meist zwecklos ist, da sich allenfalls 10 % der Frauen selber systematisch und gründlich abtasten.
Unklare Mammographie- und Sonographiebefunde sollten einer Zweitmeinung, möglichst in einem Assessment-Zentrum zugeführt werden, um die Rate der offenen Biopsien niedrig zu halten. Nur diejenigen Veränderungen sollten operiert werden, die krebsverdächtig oder sicher bösartig sind. Die eingesparten Operationen ersparen den betroffenen Frauen und ihren Angehörigen viele Ängste und der Krankenkasse Geld.

Letzte Änderung: 25.01.2008 19:06:32 Uhr