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klinische UntersuchungInspektionInspektion Durch die Inspektion der Brust fallen Größen-Unterschiede (meist angeboren) auf, ferner Hautveränderungen wie das Orangenhaut-Phänomen beim inflammatorischen Karzinom oder bei einer Lymphabflussblockade. Die Ausläufer des Drüsenkörpers (Recessus) nach lateral oben, medial und caudal sollten inspiziert und palpiert werden, da sich hier gelegentlich Tumore finden, die mammographisch nicht sichtbar sind (Abb. 3). Hautwarzen können sich in das Mammogramm oder in die Achselhöhle projizieren und Knoten bzw. vergrößerte Lymphknoten vortäuschen. Wichtig ist die Begutachtung der Brustwarzen. Veränderungen der Brustwarze, besonders beim Morbus Paget, sind nur so zu erkennen, ohne dass sich mammographisch etwas Verdächtiges zeigen (Abb. 4/5/6). Auch manche retromamillär gelegenen Tumoren verziehen die Mamille aus der Achse tumorwärts und "verkippen" sie. Dies ist zwar kurzfristig auch durch den BH möglich. Bei der manuellen Untersuchung der Warzenregion stellt sich die Mamille aber meistens auf, vorausgesetzt sie wird nicht tumorbedingt in eine bestimmte Richtung verzogen. Auch diskrete oder stärkere Retraktionen des Warzenhofes können tumorbedingt sein.
Nicht jede Mamillen-Einziehung ist aber gleich tumorbedingt. Auch retromamilläre Narben (z. B. nach Operation oder Vakuumbiopsie eines retromamillär gelegenen Fibroadenoms) können einen Zug auf die Brustwarze ausüben. Hauteinziehungen kommen auch postoperativ vor und sind nicht unbedingt tumorverdächtig (Abb. 7). Normalerweise ist die Oberfläche des Warzenhofes "geriffelt". Wird sie bei ausgeprägten Mastodynien glatt und atonisch, kann dies auf eine neurogene Ursache der Beschwerden hinweisen (Abb. 8). Auf Absonderungen aus der Mamille wurde bereits im Kapitel Palpation eingegangen.
Bei Mikroverkalkungen im Mammogramm im unteren Brustbereich sollten - besonders bei größeren Brüsten - Artefakte ausgeschlossen und deshalb die Umschlagsfalten auf Puderreste abgesucht werden. Manche Mikroverkalkungen lösen sich hierdurch in Wohlgefallen auf. Das gleiche kann durch silikonhaltige Deodorantien in der Achsel beobachtet werden. Bei Mikrokalk in den oberen Quadranten, besonders wenn er besenreißerförmig angeordnet ist, sollte man sich an die Haarlänge der Patientin erinnern. Waren diese schulterlang, können Haare während der Exposition in den Strahlengang gelangen und sich zusammen mit dem meist aufgebrachten Haarfestiger als Pseudokalk manifestieren. Am sinnvollsten ist es, wenn die MTRA vor der Mammographie Frauen mit langen offenen Haaren bittet, diese zu einem Pferdeschwanz zu bündeln. Den meisten Frauen ist dies problemlos möglich. Auch die MTRA sollte natürlich darauf achten, dass ihre Haare nicht in den Strahlengang gelangen. Deshalb sollte auch sie ihre Haare während der Arbeit zusammenbinden, schon aus hygienischen Gründen. Die Inspektion der Brust ist also bei der Interpretation von Mammogrammen eine wichtige Hilfe und letztendlich auch der direkte Zugang zur Patientin. Inspektion und Palpation fehlen beim reinen Mammographie-Screening. Dabei wäre es unproblematisch, auch MTA´s in diese Methoden einzuarbeiten. Dadurch ließen sich die Screening-Ergebnisse verbessern. Letzte Änderung: 26.01.2009 11:11:41 Uhr |
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