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Sonographie

Sonographie

Zehn Prozent aller tastbaren Malignome und etwa die gleiche Anzahl aller bis 1 cm großen Neoplasien sind mammographisch in zu dichtem Drüsenparenchym oder wegen einer ungünstigen Lage innerhalb der Brust nicht sichtbar. Deshalb ist die Sonographie für jede asymtomatische Frau mit einer mammographischen Strahlendichte zwischen ACR 2 und ACR 4 obligatorisch, wenn Brustkrebs erkannt oder ausgeschlossen werden soll. Denn in einer Brust der Dichte ACR 2 sind z.B. mammographisch 5 mm große Karzinome oder Karzinomvorstufen leicht zu übersehen, wenn sie nicht mit Verkalkungen einhergehen.

Auch asymptomatische Frauen mit einem mammographischen Befund der Kategorien BIRADS 3-5 sind zu sonographieren, manchmal auch BIRADS-2-Fälle (vgl. nachfolgende Abbildung).

Abbildung fehlt!!!

Der Einsatz der Sonographie ohne Mammographie bei der asymptomatischen Frau erfolgt anders als bei symptomatischen Patientinnen. Die Sonographie wird bei den asymptomatischen Frauen ungezielt durchgeführt und erfordert ein zeitaufwändiges Durchmustern des gesamten Drüsengewebes ohne Kenntnis des mammographischen Bildes. Eine hohe Qualifikation des Untersuchers sowie ein optimaler Gerätestandard sind bei diesen präventiven Gesundheitsleistungen unbedingt erforderliche Voraussetzungen. Hilfe et al. (2004) weisen darauf hin, dass die Sonographie nicht - wie in den S-3-Leitlinien dargestellt - eine additive Methode bei unklarem mammographischen Befund ist, sondern eine komplementäre, die 10-40% mammographisch okkulte Malignome entdeckt.

Die Sonographie mit hochauflösenden Schallköpfen (11-13 MHz) ist nicht nur das Verfahren der Wahl, Brustkrebs ohne Kalk früh nachzuweisen - sie ist auch eine gute Methode, um physiologische und zyklische Veränderungen der Brust zu erfassen und zu verfolgen und somit mammographische und klinische Befunde besser zu interpretieren. Hierauf wird weder in den Leitlinien noch in der gängigen Sonographieliteratur hingewiesen. Fragen bezüglich einer Hormonersatztherapie können mit Hilfe der hochauflösenden Sonographie gezielter beantwortet werden als dies mammographisch möglich wäre.

Somit zählt die Sonographie neben der Mammographie zu den wichtigsten Verfahren der Früherkennung und Beurteilung des zyklischen und postmenopausalen Geschehens in der Brust. Allerdings ist weder sonographisch noch mammographisch allein eine sichere Früherkennung möglich, so dass beide Verfahren simultan und von ein und demselben Arzt eingesetzt werden müssen. Die diagnostisch relevanten Regionen einer Brust müssen von den gleichen Augen zum selben Zeitpunkt begutachtet werden. Es ist ineffektiv, wenn der Frauenarzt sonographiert und der mammographierende Arzt als "Zielauftrag" die Röntgendiagnostik betreibt.

Folgende Indikationen gelten für die Sonographie:

  • Abklärung auffälliger Tastbefunde,
  • Abklärung klinisch okkulter mammographischer Befunde (glatt und unscharf begrenzte Herdschatten, umschriebene Asymmetrien),
  • Mammographien der Dichten ACR 2-4,
  • Zustand nach Silikonimplantation, Rekonstruktion und Augmentationen,
  • regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen bei Hochrisikopatientinnen ab dem 25. Lebensjahr, additiv unterstützt durch Mammographie und MRM,
  • Unterstützung interventioneller Techniken in Mammadiagnostik und -therapie,
  • Fragen zur Hormonsubstitution (HRT) in der Menopause.

Der mammographierende Arzt (gleichgültig ob Radiologe oder Gynäkologe) muss die Möglichkeit haben, sowohl die Mammographie als auch - gleichzeitig - die Sonographie durchzuführen und gegebenenfalls sofort weitere interventionelle Maßnahmen zu veranlassen.

Letzte Änderung: 04.03.2011 07:07:55 Uhr