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Probleme beim Screening ohne Datennetz

Probleme beim Screening ohne Datennetz

Geht man, wie im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, davon aus, dass bei 1 Million Einwohner mit etwa 160000 Frauen im Alter von 50 und 69 Jahren 4 Screening-Units geschaffen werden und sich von diesem Frauen im Idealfall 70% am Screening beteiligen, dann ergeben sich folgende Fallzahlen: Insgesamt 112000 Frauen beteiligen sich (idealerweise) am Screening. Bei 4 Screening-Units entfallen dann 28000 Untersuchungen auf jede Screening-Unit, wobei jeder screenende Arzt 7000 Untersuchungen durchführen muss (bei 4 screenenden Ärzten).

Die Untersuchungen sollen alle 2 Jahre durchgeführt werden, also wird jeder Screening-Arzt etwa 3500 Untersuchungen pro Jahr durchführen müssen. Dazu kommt noch einmal die gleiche Anzahl an Zweitbefundungen. Also muss jeder Arzt pro Jahr 7000 Fälle zusätzlich zur sogenannten "kurativen Mammographie" befunden.

Laut Vorschlägen der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg soll dies an etwa zwei Wochentagen stattfinden, denn während der übrigen Zeit soll der screenende Arzt seine regulären Mammographien durchführen und die übrige Praxistätigkeit erledigen. Die 7000 Befundungen verteilen sich (rechnet man 2 Tage) also auf 88 Arbeitstage (bei 220 Jahresarbeitstagen), an denen jeweils 80 Untersuchungen befundet werden müssen!

Achtzig Untersuchungen pro Tag bedeutet: 320 Mammogramme aufhängen, befunden, deren Befund schreiben, wieder eintüten und weiterschicken. Für jede Befundung bleiben dem Arzt maximal 6 Minuten. Gleichzeitig müssen an einem Tag von den MTRA 40 Frauen mammographiert werden.

Allein die Logistik von Bildern und Befunden bedeutet bei diesem Voraussetzungen einen extremen Aufwand und vielfältige Fehlerquellen.

Letzte Änderung: 25.01.2008 19:32:12 Uhr